Welche Gewürze gibt es alles?

Gewürze sind Pflanzenteile (Blätter, Blüten, Rinde, Wurzeln, Früchte, Saft), die frisch, getrocknet oder bearbeitet vorkommen und die wegen ihres natürlichen Gehaltes an Geschmacks- und Geruchsstoffen (ätherischen Ölen) als würzende oder geschmacksgebende Zutaten bei der Zubereitung von Speisen und Getränken aller Art eingesetzt werden. Die ätherischen Öle werden freigesetzt und sorgen für einen guten Geschmack, denn Geschmack beim Essen entsteht überwiegend in der Nase.

Sämtliche sonstigen Stoffe, die der Geschmacksverbesserung dienen oder die Bekömmlichkeit verbessern, werden als Würzmittel bezeichnet. Gewürze haben zudem nicht nur geschmacklichen Nutzen, sondern werden traditionell auch zur Haltbarmachung von Lebensmitteln und Getränken verwendet. Ferner vertreibt ihr Duft auch Vorratsschädlinge.

Die Liste von Küchengewürzen ist sehr lang deshalb stellen wir euch nur einige weit verbreitete vor.

Chili

Chili

Das Chiligewürz kam im 16. Jahrhundert nach Europa, mitgebracht von Christoph Columbus. Chilischoten sind meist rot, können aber auch orange, gelb, braun, lila oder schwarz sein. Es gibt unzählige Arten der sehr unterschiedlichen Pflanze. Die schärfsten Chilischoten sind Uganda- und Mombasa-Chilis. Chili wird verwendet in der indischen Küche für verschiedene Curry Mischungen und in der mexikanischen Küche für Soßen und andere Gerichte. In der Mittelmeerregion werden Fischsuppen mit Chili zubereitet.

In den tropischen Regionen wird Chili als Konservierungsmittel eingesetzt, weil es eine antibakterielle Wirkung hat und die Speisen nicht so schnell verderben. Der Stoff, welcher für die Schärfe von Chili verantwortlich ist, heißt Capsaicin.

Paprika

Paprika

Die Urformen der Paprika wurden bereits vor neun tausend Jahren in Mittel- und Südamerika angebaut. als Christoph Columbus von seiner Entdeckungsreise zurückkehrte, brachte er die Paprika nach Europa. Hier fand sie auf Grund ihres ansprechenden Erscheinungsbildes und dem erfrischenden, leicht süßlichen Geschmack schnell Verbreitung. Die Paprika wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus und sollte in keiner Diät fehlen.

Dies ist weniger durch eine besondere Nährwert-Struktur (Verhältnis von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten) erreicht, sondern durch die enthaltenen Vitalstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Flavonoide, Carotinoide Capsaicin ist in den weißen Membranen, im Inneren der Paprika, enthalten. Dieser Stoff ist in größerer Konzentration für den scharfen Geschmack der Chili und Peperoni verantwortlich.

Capsaicin hat die Eigenschaften den Cholesterin-Spiegel und die Tri-Glyceride zu senken.

Oregano

Oregano

Oregano (Origanum vulgare) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Viele weitere berühmte Kräuter wie Thymian (Thymus vulgaris) und Salbei (Salvia officinalis) zählen somit zu seiner Verwandtschaft. Neben seinen würzigen und aromatischen Eigenschaften wird Oregano auch als Heilpflanze verwendet. Es ist nachgewiesen, dass in dem ätherischen Öl der Pflanze die Wirkstoffe Carbavol und Thymol enthalten sind, die entzündungshemmend und antioxidativ wirken.

Trotz seines bitteren Geschmacks wird es oral eingenommen und hilft dabei, sowohl den Appetit als auch die Verdauung anzuregen. Das kräftige Aroma von Oregano harmoniert hervorragend mit allen in der Mittelmeerküche verwendeten Kräutern und Gewürzen, so auch zu Basilikum, Thymian oder Rosmarin.

Cayennepfeffer

cayennepfeffer

Cayennepfeffer ist berüchtigt für seine Schärfe. Von vielen Menschen wird er deshalb in der Küche geschätzt. Er wird aber auch als Heilmittel eingesetzt und kann sogar beim Abnehmen unterstützend wirken. Cayennepfeffer hat aber nichts mit Pfeffer zu tun. Er wird aus getrockneten Chilischoten gewonnen, indem sie einfach gemahlen werden.

Cayennepfeffer wird zum Kochen und als Heilmittel verwendet. In der Küche werden mit ihm scharfe Gerichte aller Art gezaubert. Von Fleisch- und Fischgerichten über Wurst bis hin zu Saucen, die bekannteste davon ist die Tabascosauce.

Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass Cayennepfeffer auch beim Abnehmen hilft. Durch die erhöhte Körpertemperatur beim Verzehr, die sich subjektiv in Hitze äußert, wird der Energieumsatz des Körpers erhöht, Kalorien also schneller verbrannt. Außerdem zügelt Cayennepfeffer den Appetit. Dabei ist der Geschmack wichtig. Die Schärfe muss wirklich im Mund gespürt werden, sonst setzt die Wirkung nicht ein.

Pfeffer

PfefferPfeffer wächst an einer Kletterpflanze. Das Gewürz kommt ursprünglich aus Indien. Heute wird das Gewürz vor allem in Brasilien, Vietnam, Indonesien, und Malaysia angebaut. Pfeffer wird seit der Antike bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts eingesetzt. Der griechische Arzt Galenos von Pergamon, der zwischen 131 und 201 lebte, wusste bereits: Pfeffer ist gesund, denn das Gewürz kann beim Verzehr Verdauungsbeschwerden und Blähungen vertreiben. Auch im Mittelalter galt Pfeffer als beliebtes Gewürz, das die Bekömmlichkeit schwerer Speisen verbessert. Grund für die gesundheitliche Wirkung des Pfeffers ist der darin enthaltene Stoff Piperin. Piperin regt den Speichelfluss und die Produktion von Magensäften an, bringt den Körper in Wallung und wärmt von innen. Außerdem wirkt der Stoff antibakteriell.

Kreuzkümmel

Kreuzkuemmel

Bereits in der römischen Antike kam (Cumin) nach Europa und wurde dort nicht nur in der Küche, sondern auch zur Behandlung verschiedenster Gesundheitsbeschwerden verwendet. Im Mittelalter wurde die Pflanze beinahe ausschließlich zu medizinischen Zwecken verwendet. Mittlerweile ist Kreuzkümmel weltweit verbreitet und wird in einem Gebiet vom Mittelmeerraum bis nach Südostasien kultiviert. Ein Grund, warum sich Cumin so förderlich auf die Gesundheit auswirkt, ist sein hoher Mineralstoffgehalt. Mineralstoffe sind anorganische Substanzen, die in deinem Körper essentielle Funktionen erfüllen und somit für ihn lebensnotwendig sind.

Kreuzkümmel enthält unter anderem Calcium, das maßgeblich für Aufbau und Stabilität deiner Knochen und Zähne verantwortlich ist, Magnesium, das sich förderlich auf deine Blutgefäße und Muskeln, insbesondere den Herzmuskel, auswirkt, sowie Eisen und Zink. Während Eisen in erster Linie für die Sauerstoffversorgung deines Körpers zuständig ist, nimmt Zink erheblichen Einfluss auf Hunderte von Stoffwechselprozessen.

Ingwer

Ingwer

Seinen Ursprung – so wird vermutet – soll Ingwer in Indonesien haben, wo er sich von dort aus ca. 2000 v. Chr. im ostasiatischen Raum über Seehandelswege verbreitete. Im Jahr 500 v. Chr. erwähnte sogar der berühmte chinesische Philosoph Konfuzius das Ingwer-Gewächs in seinen Schriften. Wichtige Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel sind zum einen ätherische Öle und zum anderen sogenannte Scharfstoffe (Gingerol und Shogaol), die dem Ingwer seine charakteristische Würze geben. In der Medizin wirken sie entzündungshemmend, sind ein wirksames Mittel gegen Übelkeit und regen gleichzeitig die zusätzliche Bildung von Magensäure an, was den Appetit anregt.

Darüber hinaus können die Scharfstoffe Kopfschmerzen und auch Gelenkschmerzen lindern. Hinzu kommt, dass Ingwer eine antibakterielle und antivirale Wirkung zugeschrieben wird und dass er bei Erkältungen die Atemwege befreit. Von diesen Wirkungen auf den menschlichen Organismus wurde der schmerzstillende Effekt durch Studien untersucht.

So urteilt ein Pharmakologe vom Pharmakologischen Institut an der Universität Münster, dass die Inhaltsstoffe aus Ingwer das gleiche Enzym im Körper hemmen wie Acetylsalicylsäure (ASS).

Muskat

Muskat

Der tropische Muskatnussbaum (Myristica fragrans) zählt zur Familie der Muskatnussgewächse (Myristicaceae), wird bis zu 20 Meter hoch und ist auf den indonesischen Banda-Inseln („Gewürzinseln“) zu Hause. Muskatnuss ist eigentlich keine Nuss in dem Sinne, sondern eine Beere. Der Kern ist von einem Fruchtmantel umhüllt. Dieser kann, wenn er getrocknet wird, als Gewürz verwendet werden.

Die Muskatnuss Verwendung ist sehr vielseitig. Sie ist für salzige Speisen genauso gut geeignet, wie für Süßspeisen. Den Geschmack kann man als scharf mit einem süßen Hauch bezeichnen. Muskat wird oftmals unterschätzt, denn in diesem Gewürz stecken eine Reihe an wertvollen Vitalstoffen. Dazu zählen Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalium, Natrium und Zink, Folsäure sowie Vitamin A, C und B-Komplexe.

Curry

Curry

Ob süss, pikant, mild oder scharf – das Gewürz Curry verleiht jedem Gericht eine besondere Note. Gleichzeitig wirkt sich der regelmäßige Currygenuss positiv auf die Gesundheit aus. Zu den wichtigsten Curry-Zutaten gehören Kurkuma, schwarzer Pfeffer, Cayennepfeffer (Chili), Koriander, Cumin (Kreuzkümmel) und der Bockshornklee.

Weitere Gewürze, die in geringeren Mengen beigemischt werden, sind beispielsweise die Gewürznelke, der Zimt, die Muskatnuss, der Knoblauch, Ingwer, Senf, Kardamom und das süsse Paprikapulver. In Indien entwickelt häufig jeder Koch – egal ob Hausfrau oder Küchenchef - seine eigene Curry-Mischung selbst. Man sagt, es gäbe daher fast so viele Curry-Kombinationsmöglichkeiten wie Menschen in Indien.

Rosmarin

Rosmarin

Ein Rosmarinstrauch ist ein holziges Gewächs und kann bis zu 2m hoch werden. Neue Züchtungen können auch Temperaturen unter Null aushalten, aber am besten gedeiht der Rosmarin an heißen, sonnigen Standorten auf leichtem, lockerem Untergrund.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt die Anwendung von Rosmarinblättern innerlich „bei dyspeptischen Beschwerden“ und äußerlich „als Supportivum bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und Kreislaufbeschwerden.“ Rosmarin ist ein herrlich intensives Gewürz, das besonders gut zu mediterranen Gerichten passt.

Petersilie

Petersilie

Ursprünglich stammt die Petersilie aus dem Mittelmeergebiet, doch die Zubereitung vieler Speisen ist auch hierzulande ohne sie längst nicht mehr denkbar. So finden krause oder glatte Petersilie in Deutschland regen Anklang. Auch mit der Wurzelpetersilie lassen sich zahlreiche schmackhafte Gerichte zubereiten, wobei neben der Wurzel auch die Blätter zum Einsatz kommen.

Schnittlauch

Schnittlauch

Bereits seit dem frühen Mittelalter wird Schnittlauch vom Menschen kultiviert. Andere Quellen besagen, dass die Pflanze sogar bereits um 3.000 v. Chr. von den Chinesen angebaut wurde. Weltweit gibt es zahlreiche Sorten, die sich in Bezug auf ihr Erscheinungsbild stark unterscheiden. So treten neben den typischen lilablühenden Formen auch weiß blühende auf.

Früher galt der Schnittlauch als ein Bauernkraut und wurde nur von den armen und einfachen Leuten verwendet. Schnittlauch hat eine antiseptische Wirkung und regt die Nierentätigkeit an. Er enthält viele Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen. Zudem ist er eine echte Vitaminbombe, denn er ist reich an den Vitaminen C, A und B2. Eine weitere nützliche Eigenschaft des Schnittlauchs ist seine beruhigende Wirkung.

Zimt

Zimt

Zimt ist ein Gewürz aus der getrockneten Rinde von Zimtbäumen und eines der ältesten Gewürze der Welt. Ceylon-Zimt wird vorwiegend in Sri Lanka angebaut, der Baum gehört zur Familie der Lorbeergewächse. Für die Herstellung der Zimtstangen werden die Bäume regelmäßig stark zurückgeschnitten, so dass sie viele dünne Triebe bilden.

Von den zweijährigen Schösslingen wird die äußere Rinde abgeschabt, dann werden die einzelnen dünnen Rinden zusammengesteckt und getrocknet, dabei verfärbt sich die Rinde zimtbraun und rollt sich von beiden Seiten ein. Zimtrinde ist ein traditionelles Heilmittel und regt den Appetit an und hilft bei leichten Magen- und Darmkrämpfen. Zudem hat die Rinde eine antibakterielle Wirkung und hemmt das Wachstum von Pilzen. Diese Wirkung geht besonders stark von dem Öl der Ceylonzimtblättern aus.

Dill

Dill

Dill ist ein beliebtes Küchenkraut. Es wird bei uns besonders als Begleiter zu Fisch verwendet, kann jedoch noch viel mehr: Samen, Blüten, Blätter und Spitzen verleihen zahlreichen Gerichten das typisch würzige Dillaroma. Besonders in der Skandinavischen und Deutschen Küche ist er beliebt: Graved Lachs, Marinaden, Frankfurter Sauce, Eintöpfe und natürlich Gurken - eingelegt oder als Salat - verleiht sein spezieller Geschmack die süßlich-pikante Würze.

Die Herkunft des feinen Krauts ist umstritten, wahrscheinlich stammt Dill aus Südeuropa oder Asien. Bereits im Mittelalter wurde er als Küchenkraut zum Einlegen und Würzen von Speisen eingesetzt und für seine krampflösende Wirkung geschätzt. An Mineralstoffen sind in Dill Kalium und Natrium enthalten.

Kurkuma (Gelbwurz)

Kurkuma

Kurkuma ist mit Ingwer verwandt und sieht frisch gekauft recht ähnlich aus – mit dem Unterschied, dass das Wurzelinnere deutlich gelber ist – daher stammt auch seine alternative Bezeichnung: Gelbwurz. Aufgrund der reinigenden Kraft spielt Kurkuma in der ayurvedischen Lehre eine wesentliche Rolle. Auch in der chinesischen Medizin wird das Gewürz als Heilmittel verwendet.

Kurkuma gilt als Schönheitselixier sowie antioxidatives und energiespendendes Gewürz, das zudem bei Gelenkschmerzen und einem steifen Körper hilft. Das liegt an der schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung des gelben Gewürzes. Tatsächlich enthält die Knolle in getrockneter Form eine ganze Reihe kostbarer Nährstoffe, die Ihre Gesundheit fördern. So finden sich in Kurkuma unter anderem Vitamin B2 und Calcium. Das Gewächs ist darüber hinaus reich an Zink, Eisen, Magnesium, Kalium, Vitamin B3 und Vitamin C

Koriander

Koriander

Koriander ist nicht nur leckeres Gewürz der asiatischen Küche. Er hat auch eine heilende Wirkung. Koriander ist eines der ältesten Küchenkräuter der Welt. Vor allem kennt man Koriander von asiatischen, arabischen oder indischen Gerichten. Frische Korianderblätter haben einen starken, leicht scharfen Eigengeschmack. Getrocknete oder gemahlene Koriander-Körner schmecken etwas milder.

Gleichzeitig steckt in dem Gewürz eine Substanz, die antibiotisch wirkt (Dodecenal) und es enthält unterschiedliche ätherische Öle. Dadurch hat Koriander eine heilende Wirkung – auf ganz natürliche Weise. Durch seine gesundheitsfördernden Nährstoffe, unterschiedliche ätherische Öle und Proteine kann Koriander bei vielen Beschwerden helfen. Er wirkt stark entzündungshemmend, antibakteriell und durchblutungsfördernd. Außerdem hat er eine fungizide Wirkung und hemmt so das Wachstum von Pilzen.

Knoblauch

Knoblauch

Frankreich ist ein wunderbares Land, denn hier macht ausgiebiger Knoblauchgeruch nicht einsam. Ganz im Gegenteil: Knoblauch gehört dort zu fast jedem Essen. Recht haben sie, die Franzosen. Kaum ein Lebensmittel weist so viele Schutzwirkungen auf wie die weißen Zehen.

Knoblauch enthält die Vitamine A und C und diese schützen die Zellen vor freien Radikalen. Außerdem enthält Knoblauch Selen, dass hilft Schwermetalle aus dem Körper zu filtern. Adenosin gilt als natürlicher Blutverdünner und ist auch in Knoblauch enthalten. Wenn Sie eine Knoblauchzehe aufschneiden, verwandelt sich der Inhaltsstoff Alliin in Allicin. Dieser gilt als natürliches Antibiotikum. Es tötet Bakterien ab, vergleichbar mit Penicillin. Steroide, Triterpenoide, Phenolderivate, Fructane und Lektine sind nur einige der Schwefelverbindungen im Knoblauch. Sie wirken antibakteriell im Körper.